Der August hat uns eine kleine Pause von der Hitze gegönnt. Endlich. Und vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, über Kühle nachzudenken. Nicht über Klimaanlagen oder die Zahl auf dem Thermometer. Sondern über diese kleinen Momente, in denen sich ein heißer Sommertag plötzlich für einen Augenblick anders anfühlt.
Ein kalter Bach nach einer langen Wanderung. Ein schattiger Innenhof, in den die Mittagssonne nie ganz vordringt. Nasser Stein. Ein offenes Fenster am frühen Morgen. Der erste Wind vom Meer. Manchmal reicht schon der Gedanke daran.
Kann ein Duft sich kühl anfühlen?
Wir mögen die Vorstellung, dass Düfte nicht nur Orte und Erinnerungen hervorrufen können, sondern auch Temperaturen. Manche riechen für uns warm: sonnengewärmtes Holz, trockene Gräser, Gewürze, Haut nach einem langen Tag im Freien.
Andere scheinen das Gegenteil zu tun. Minze zwischen den Fingern. Wacholder und klare Bergluft. Salz auf der Haut. Feuchter Fels an einer Küste. Vielleicht ist es weniger die tatsächliche Kälte als unsere Erinnerung daran. Ein Duft öffnet eine kleine Tür – und plötzlich stehen wir wieder mit den Füßen in einem Gebirgsbach oder suchen im Hochsommer den kühlsten Platz in einem alten Steinhaus.
Sechs Momente der Kühle.
Für diesen August haben wir sechs Nischendüfte zusammengesucht, die bei uns genau solche Bilder hervorrufen.
Mon Vetiver · Essential Parfums
Die Kühle eines schattigen Innenhofs.
Menta y Menta · Miller et Bertaux
Frische Minze zwischen den Fingern.
Un Air de Bretagne · L’Artisan Parfumeur
Wind an der bretonischen Küste.
Eau de Minthé · Diptyque
Ein kühler Luftzug an einem Sommermorgen.
Youth Wave Busan · Le Plein Été
Yuzu und ein ruhiger Nachmittag am Meer.
Karst · Aesop
Nasser Stein an einer rauen Küste.
Ein Duft fehlt noch.
Einen Duft haben wir euch bisher vorenthalten: Nord du Nord von WienerBlut. Mit WienerBlut haben wir eine besonders enge Verbindung. Wir schätzen nicht nur die Düfte, sondern genauso die Geschichten dahinter – wie sorgfältig recherchiert wird und wie selbstverständlich Orte, Geschichte und Duft miteinander verbunden werden.
Nord du Nord ist dafür ein schönes Beispiel. Inspiriert von der alpinen Sommerfrische verbindet er Pfefferminze und Eiswasser mit Kräutern, Flechten und Hölzern. Für uns fühlt er sich an wie klare Bergluft, kaltes Wasser und der Moment, in dem ein heißer Sommertag plötzlich ein paar Grad kühler wird.

Und damit sind wir eigentlich schon in Bad Gastein.
Die meisten verbinden es mit Winter. Wir kommen besonders gerne im Sommer hierher.
Vielleicht liegt es am Wasserfall, der Tag und Nacht mitten durch den Ort rauscht. An der Gischt in der Luft. An den stillen Bergseen in der Umgebung. Oder an den alten Häusern und Hotels, deren Stein selbst an heißen Tagen etwas von seiner Kühle zu bewahren scheint.
Bad Gastein hat ohnehin etwas Eigenartiges. Ein wenig mondän, ein wenig morbide. Belle Époque trifft auf raue Berglandschaft, jahrhundertealte Sommerfrische auf neue Kunst. Vieles ist verschwunden, manches wartet noch auf eine neue Bestimmung und anderes entsteht gerade wieder.
Vielleicht mögen wir es genau deshalb. Es ist kein Ort, der irgendwann fertig geworden ist. Und dann ist da immer wieder das Wasser. Laut mitten im Ort, ganz still oben in den Bergen.

Aus unserem Notizbuch.
Wir haben diesen Sommer ziemlich viel Zeit zwischen Wasserfällen und Gebirgsbächen verbracht. Und festgestellt, dass wir offenbar eine sehr einfache Strategie gegen die Hitze haben: irgendwohin fahren, wo das Wasser kalt genug ist, um kurz zu bereuen, hineingesprungen zu sein.
Vielleicht ist das unsere liebste Form der Abkühlung.
Sechs Düfte für besonders heiße Tage.
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