Im September werden die Tage kürzer, die Abende dafür aber umso länger. Man trifft jemanden nach der Arbeit. Bleibt noch auf ein Glas. Geht weiter, weil irgendwo eine Ausstellung eröffnet. Bestellt doch noch etwas zu essen. Und irgendwann stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht, nach Hause zu gehen.
Wir mögen diese Abende. Vielleicht gerade deshalb, weil sie sich nicht planen lassen. Diesen Monat geht es um Düfte für lange Nächte, Orte, an denen man gerne noch ein bisschen bleibt, und die Dinge, die passieren, nachdem eigentlich schon Schluss sein sollte.
Ein Abend in sechs Düften.

19:12 — Olène, Diptyque
Die Luft ist noch warm. Irgendwo hinter einer Mauer blüht Jasmin. Man geht los, ohne genau zu wissen, wohin der Abend führen wird.

21:24 — Mooncake, d’Annam
Eigentlich ist das Essen längst vorbei. Dann kommt doch noch etwas Süßes. Goldbraune Kruste, eine warme, salzige Füllung. Man teilt, probiert noch einmal und bestellt vielleicht noch ein Glas. Niemand hat es eilig.

22:31 — Notturno, Meo Fusciuni
Rum im Glas. Leder und Gewürze. Jemand erzählt eine Geschichte, die vielleicht so passiert ist. Vielleicht auch nicht. Die Nacht schreibt den Rest mit Tinte weiter.

00:07 — Freudian Wood, WienerBlut
Die Runde ist kleiner geworden. Man rückt näher zusammen, spricht leiser und erzählt Dinge, die am Anfang des Abends noch niemand erzählt hätte.

02:18 — Hexensalbe, Stora Skuggan
Irgendwann hat sich etwas verschoben. Die Luft ist schwerer, die Gedanken leichter. Was eben noch eindeutig schien, ist es jetzt nicht mehr.

04:43 — Neon Garden, Dries Van Noten
Draußen ist niemand mehr. Minze in der kalten Luft, blasses Licht auf dem Asphalt. Für einen kurzen Moment gehört der Morgen noch der Nacht.
Was vom Abend bleibt.
Selten sind es die Pläne. Es bleiben Menschen, Geschichten und einzelne Augenblicke, die sich irgendwo in unserer Erinnerung festsetzen. Und kaum etwas vermag sie so unvermittelt zurückzubringen wie ein Duft.
Jahre später ist plötzlich alles wieder da: der Raum, die Stimmen, die Nähe, die Nacht. Einer dieser Abende, die man nicht vergisst.
Aus unserem Kalender.
Der September macht es uns nicht gerade leicht, früh nach Hause zu gehen. Ein paar Termine, die schon in unserem Kalender stehen.
05.09.
La Serenissima – Reise nach Venedig, Musikverein
09.–13.09.
PARALLEL Vienna, Otto Wagner Areal
10.09.–13.09.
Astoria Artshow, Astoria Garage
11.09.–17.10.
curated by: Love, 24 Wiener Galerien
14.–19.09.
Vienna Fashion Week, MuseumsQuartier
17.–20.09.
viennacontemporary, Messe Wien
23.09.–04.10.
SLASH Filmfestival, verschiedene Kinos
25.09.–04.10.
VIENNA DESIGN WEEK, verschiedene Orte in Wien
28.09.–03.10.
Vienna City Gallery Walk, 1. Bezirk

Neu von Versatile Paris.
Limoncello und Pistazie. Cola und Popcorn. Rum und Weihrauch. Bei Versatile Paris entstehen Düfte aus Dingen, die man normalerweise eher auf einer Speisekarte oder spätabends auf einem Tisch vermuten würde.
Die bisher als Roll-ons bekannten Extraits gibt es jetzt auch als 30-ml-Sprays. Sechs Düfte, die irgendwo zwischen Aperitivo, Abendessen, Kino und dem Morgen danach spielen. Rital Date verbindet Limoncello mit Pistazie und einem überraschenden Hauch Pesto. God Bless Cola riecht nach Cola, Popcorn, Karamell und Vanille. Culot Thé bringt Mandarine, Tee, Aprikose und Wasabi zusammen. Very Bad Rice kombiniert Reis und Ube mit Mango und Kokos. Croissant Café ist warm, geröstet und cremig mit Kaffee, Cappuccino und Butter. Und Gueule de Bois – auf Deutsch ziemlich passend: Katzenjammer – wird mit Rum, Weihrauch, Pfeffer und Sandelholz deutlich später.
Sechs Düfte für ganz unterschiedliche Abende also. Oder vielleicht für einen einzigen, der ein bisschen länger dauert als geplant – Katzenjammer inklusive.
Und irgendwann ist Morgen.
Vielleicht ist das ohnehin das Schöne an langen Abenden: dass man vorher nie genau weiß, welche davon in Erinnerung bleiben werden. Oft sind es nicht die großen Pläne, sondern ein Gespräch, das plötzlich persönlicher wird, ein letzter Tisch, an dem man noch sitzen bleibt, oder der Moment, in dem man vor die Tür tritt und merkt, dass es draußen schon wieder hell wird.
Und manchmal bleibt auch ein Geruch. Jahre später reicht dann ein Hauch von Jasmin, Rum, kalter Morgenluft oder Kaffee – und für einen kurzen Moment ist man wieder genau dort.
Bis zum nächsten langen Abend.
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